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Finanziell unabhängig in 12 Schritten

(Der Bericht eines weisen Mannes)

  1. Die Zielsetzung
  2. Der Zahltag
  3. Werden Sie zum Besserwisser
  4. Sie müssen nicht alles glauben
  5. Im Falle eines Falles...
  6. Warum Sie von der Bank keinen Wohnraum mieten
  7. Vorbereiten auf den Ruhestand
  8. Die Tellerwäscherstory
  9. Das können Sie absetzen
  10. Machen Sie`dem Krämerladen nach
  11. Ein gesparter Euro ist 30 Cents wert
  12. Schlusswort

"Ein Vergleich der Hände von Steuereintreibern mit denen von Steuerzahlern sagt oft mehr als viele Worte" (Wolfgang Schwöbel in Ansichten und Einsichten, Gulde Verlag).

Fragt man den gewöhnlichen Sterblichen, zu denen wir alle zählen, nach der Bedeutung des Begriffs "finanziell unabhängig", so schweben uns Bilder von Donald Trumpp (bevor er sein Vermögen an die Banken abgeben musste), von "Denver-Clan", von unlimitiertem Reichtum vor. Für mich hat sich dieser Begriff im letzen Jahrzehnt stark gewandelt. Während ich als junger Mensch die Absicht hatte, "so viel" Vermögen anzuhäufen, dass man im Alter davon sorglos leben konnte, entgleiste mein Jünglingsplan, als ich erkannte, dass diese Vorstellung nicht zu verwirklichen ist. Nicht jedenfalls in der heutigen Gesellschaft, in der Geld- und Sachwerte durch die Handlungen von sich selbst missverstehenden, und was noch gefährlicher ist, sich selbst glaubenden, Politikern über Nacht entwertet werden können.

Währungsreformen, die trotz mehr als vierzigjähriger Ruhe in Deutschland "andernorts" beängstigend oft vorkommen, der Verfall der Sachwerte im letzten Jahrzehnt sowie die Preisentwicklung von Wertpapieren, die einem Fahrstuhl mit einem Epileptiker an der Steuerung gleich kommt, haben aus einem naiven Optimisten einen Realisten gemacht. Einen, der obendrein plötzlich auch noch glücklich ist.

Als Mensch, der Unwesentliches schnell vergisst, habe ich nur noch wenige Zahlen im Kopf. Etwa zu der Zeit, als ich die Schule verließ, kostete ein Fahrzeug der oberen Mitte]klasse zwischen 10,000 und 15,000 DM. Ein Vermögen von einer Mio. DM galt als groß genug, den eigenen Lebensabend und den Unterhalt der Nachkommen zu sichern. Das durchschnittliche Einkommen im Bekanntenkreis lag bei etwa 1,500 DM. Eine Mio. per Lebensversicherungsvertrag anzusparen, war nur möglich, wenn man damit sehr jung anfing, und wenn man einen Großteil seines Einkommens Monat für Monat abführte.

Heute sind wir gut 20 Jahre weiter und haben jetzt eine Währungsumstellung hinter uns. Wir sind alle um das gleiche Maß älter. Viele sind um eine ähnliche Einheit weiser. Meine Hausratversicherung kostet im Versicherungsparadies England heute mehr als ich für meinen ersten PKW zahlte. Ein "Arbeiter" verdient mehrere Millionen Mark während des Arbeitslebens, ein Audi kostet 80,000 Mark, Daimler Benz' neues Coupe 220,000 DM. Anzüge, Schuhe, und Alltäglichkeiten haben sich disproportional zur Lebensnotwendigkeit verteuert.

Wenn ich meine letzten zwanzig Jahre Erfahrung auf die Zukunft extrapoliere, sehe ich, dass der Verzicht auf "sofortigen Konsum" (oder sonstige Nutzung), hätte ich den Lebensversicherungsvertrag damals unterschrieben, zur törichten Dummheit geworden wäre. Ein Mittelklassewagen dürfte in zwanzig Jahren zwischen 300,000 und einer halben Mio. DM (oder die Hälfte in Euro) kosten, ein Wellensittich mehr an Unterhalt verlangen, als mein erster PKW. Der angesparte Betrag, der Familie und Nachkommen sichern sollte, wäre gut für zwei Autos. Bereichert hätte ich durch meine Sparsamkeit nicht meine Nachkommen, sondern mir unbekannte Schlipsträger einer Versicherungsgesellschaft.

Erschwert wird das Überleben, um das es letztendlich während des menschlichen Daseins geht, dadurch, dass es mehrere Inflationsraten gibt. Lebensnotwendige Dinge, die regelmäßig ersetzt oder erneuert werden müssen, scheinen von der Deflation ausgeklammert zu werden. Lebensmittel und Bekleidung steigen mit konstanter Geschwindigkeit. Prestigeobjekte, wie Kraftfahrzeuge, als "edel" angepriesene" Konsumgüter noch schneller. Ein neuer Farbfernseher kostet heute so viel wie ein preiswerter Mehrplatzcomputer, obwohl zier letztere oft mit dem gleichen Sony Trinitron Bildschirm und immer mit zusätzlichen elektronischen Komponenten versehen ist. Immobilienbesitz in Deutschland ist heute - offiziellen Statistiken nach - 5% weniger Wert als vor einem Jahrzehnt. Immobilienbesitz in den USA ist heute an manchen Orten 50% weniger Wert als 1985. Hier in England habe ich Immobilien um den gleichen Satz in noch geringerer Zeit fallen sehen - und nicht zum ersten Mal.

Aus der Presse wissen wir um die Skandälchen, wenn in Altersheimen Rentnern, denen erst jeder Mut genommen wurde, später die Ersparnisse vorenthalten werden.

Unvorstellbarer Reichtum ist deshalb nur machbar, wenn ich mich dem System, das unsere Gesellschaft vernichtet, anschließe und aufgeblasenes Einkommen bis zu dem Tag erziele, an dem sich mein Sein in Nichtsein verwandelt. Dies muss aber nicht heißen, dass Sie
sich mit einem frustrierten Leben in Armut abfinden, wenn wir das Ziel der finanziellen Unabhängigkeit als das höhere Gut betrachten.

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1. Die Zielsetzung

Finanzielle Unabhängigkeit bedeutet für mich heute, nicht von einem monatlichen Gehaltsscheck und mehr noch den Launen und Fehlinterpretationen zukünftiger Unternehmenschancen eines Vorgesetzten ausgesetzt zu sein. Finanziell unabhängig zu sein, bedeutet aber auch, nicht den Anpreisungen der Medien erlegen zu sein, nicht jedes zur Norm gewordene Modeverhalten, sich ständig wandelnde Werte anzustreben, die morgen schon wieder auf den Müll der Geschichte wandern. Finanziell unabhängig zu sein bedeutet demnach, innerhalb seiner Verhältnisse zu leben und zwar so, dass man mit einem Mindestmaß an Verschwendung ein Maximum an Zufriedenheit gewinnt.

Für viele meiner Leser werde ich wahrscheinlich verschroben erscheinen, wenn ich verrate, mir vor drei Jahren beim Schlussverkauf eines nicht so glücklichen Sportwarengeschäfts vier Paar Turnschuhe gekauft zu haben, von denen noch zwei Paar ungetragen im Schrank stehen. Während der gleiche Adidas-Schuh heute aber mehr als das Doppelte kostet, lässt es mich kalt, wenn der "Mann von Welt" heute Rebock trägt - ich habe meine Turnschuhe damals wegen des Fußbetts erworben. Wer beobachtet hat, dass Levi's Jeans mit den Jahren dünner und dünner wurden und nur noch von zwölf bis mittags zu halten scheinen, der wird auch mit anderen Jeans glücklich - vielleicht gerade weil sie länger halten und weniger kosten und einen nicht unbedingt als Spielball der Meinungsbildner verraten.
Während ich zu geizig bin, mir im Restaurant in stickiger Luft auf unbequemen Stühlen ein lieblos zubereitetes Mal zu Mondpreisen servieren zu lassen, verbrauchen wir als Haushalt jede Woche etwa das vierte von dem, was befreundete Familien ausgeben. Meine Tochter geht in eine Privatschule, ist inzwischen dreisprachig, verdient Auszeichnungen und Stipendien und wird nur selten frech. Der Sohn geht auf's College, hat sich vor zwei Jahren ein Rennrad für mehr als 3,000 DM selbst verdient und vergreift sich schon öfter im Ton. Im Büro habe ich Möbel von einer Ikea-ähnlichen Kette selbst zusammengebastelt, eine Ablage in nicht benötigten Kartons, sowie eine vernetzte EDV von Sun, die knappe 30.000 € gekostet hat, und auf der Straße steht ein vier Jahre alter Citroen, der noch sechs Jahre halten muss. Ich habe in meinen Leben sicherlich mehr für Bücher und Schallplatten ausgegeben, als manche für Möbel aufbringen.

All dies wäre nicht möglich gewesen, wenn ich den Medien Glauben oder nur Beachtung schenken würde. Statt dessen wird erkennbar, wir als Familie vielleicht nicht ganz konforme Prioritäten haben. Aufgetragene Garderobe der Kinder ging schon immer an karitative Organisationen, unseren Immobilienbesitz haben wir Ende '88, als eben Frisör und jeder Kellner kundtat, wie schnell man durch Immobilienbesitz reich werden konnte, mit Kusshand abgestoßen. Finanzielle Unabhängigkeit bedeutet vor allem, von gesellschaftlichen Zwängen frei zu sein, die Ihrer Entwicklung im Wege stehen.

Nur so haben Sie die Möglichkeit, Reserven zu bilden und Erspartes zu vermehren. Und wenn Sie Glück haben, und davon brauchen Sie mehr als der Mensch heute bereit ist zu glauben, kommen Sie so in die Lage, Ersparnisse im Alter genießen zu können. Unabhängigkeit bedeutet , sich der Altersstufe entsprechend zu orientieren. Als Vierzigjähriger sollte man nicht sein ganzes Vermögen auf eine Karte setzen. Dieser Ratschlag ist keine Binsenweisheit. Im Dez '89 beschwerte sich ein Leser, sein ganzes Vermögen in Nikkei Warrants gesteckt zu haben, nur um zusehen zu müssen, wie die Bank sie mit Verlust zwangsverkaufte, um andere Verbindlichkeiten abzudecken.

Schließlich konnte die Bank schlecht wissen, dass vier Wochen später die ein Jahr anhaltende Preisexplosion der Nikkei Warrants begann, die vielen Lesern mehr als eine Verzehnfachung bescherte. Wer die Warrants im Dez '89 zu gut einem Dollar erwarb, um sie im Frühjahr '91 zu über $100 zu verkaufen, schoss natürlich den Vogel ab. Garantiert habe ich derartige Gewinne aber nie, da wir nur auf den rechtzeitigen Einfluss von natürlichen Gesetzmäßigkeiten hoffen durften, nicht jedoch davon ausgehen konnten, dass dies auch rechtzeitig der Fall sei.

Aus diesem Grund rate ich ständig, nie mehr als 20% des gesamten Vermögens in Warrants zu riskieren. Wer sich Unabhängigkeit aufbauen und erhalten will, begibt sich deshalb nie in Situationen, in der er zum Spielball der Konvention werden kann.

Wenn Sie es bisher nicht getan haben sollten, setzen Sie sich Ziele.
Möglichst solche, die sich erreichen lassen, und möglichst so, dass das
Erreichen von Einzelschritten als Erfolg betrachtet werden kann.

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2. Zahltag

Wer am Ersten neue Garderobe erwirbt, ein Fest veranstaltet und den Rest des Monats durch einen Überziehungskredit sichert, darf sich nicht wundern, am Letzten nichts zu haben. Weder an diesem, noch am 65. Geburtstag. Es dürfte daher selbstverständlich sein, dass Sie von Ihrem Einkommen zunächst und bevor Sie irgend eine andere Ausgabe bestreiten, sich selbst "zahlen" - in Ihre Zukunft investieren. Die Höhe des Betrages ist dabei nicht so wichtig wie die strikte Einhaltung des Grundsatzes. Mit wachsender Ansammlung des Ersparten kommt auch eine gewisse Zufriedenheit, sowie der Drang, dieses Erfolgserlebnis durch Anhebung des monatlich "auf die Seite" Gelegten zu vergrößern. Sie sollten aber selbst als Anfänger darauf achten, nie weniger als 10% Ihres Einkommens zu sichern, mehr, wenn Sie auf mehr Unnötiges verzichten können.

Die Veränderung Ihrer Verbrauchsgewohnheiten ist dabei kein einmaliges Ereignis, sondern andauernd. Ihre Prioritäten bestimmen letztendlich, ob Ihnen die Bewunderung - und noch öfter der Neid - anderer gewöhnlicher Sterblicher wichtiger ist als Selbstrespekt und das Wissen, sich den Verirrungen der Gesellschaft langsam, aber sicher, zu entziehen. Scheint Ihnen das letztere ausschlaggebend, eignen Sie sich eine Gewohnheit an, die ein Menschenleben, oder was Ihnen noch als Rest davon verbleibt, anhält. Ob der "absolut lebensnotwendige" Mikrowellenherd mit eingebauter Satellitenantenne wirklich so wichtig ist, dass Sie sich weiterhin versklaven, entscheiden Sie ganz allein. Sie sind schließlich der einzige, der entscheidet, ob sofortige Gratifikation lohnender als die Sicherheit ständig wachsender Ersparnisse ist.

Während Sie sich angewöhnen' mancher Versuchung zu widerstehen, sollten Sie bei nicht zu vermeidenden Ausgaben Vergleiche einholen. Während es sich sicherlich nicht lohnt, zehn km mit dem Auto zu fahren, nur weil der Joghurt dort 2 Pfennige billiger ist, kann bei größeren Ausgaben "größer" gespart werden. Wer auf Musik und Neonbeleuchtung beim Einkauf verzichten kann, findet Waren gleicher Herkunft oft zu drastisch reduzierten Preisen in unattraktiven Läden in nicht immer ganz erstklassigen Lagen. Selbstverständlich wird man Sie in solchen Establishments nicht immer wie neureichen Adel behandeln. Man nimmt Ihnen dafür aber auch nicht soviel Geld ab wie den Neureichen. Mein Neffe berichtet mir von einem Unterhaltungselektronik-Einzelhandel in Aachen, der Ladenpreise größerer Discounter um bis zu 50% unterbietet und obendrein auch noch gute Beratung erteilt, ohne sich durch arrogantes Nichtwissen hervorzuheben. Beim Kauf von Lautsprechern sparte er so über 1,500 DM.

Jeden Euro, den Sie heute nicht benötigen, sollte für Sie Dienste tun. Bevor Sie flüssiges Kleingeld in abenteuerliche Investments stecken, sollten Sie sich angewöhnen, zumindest einmal pro Woche die Kontoauszüge zu überprüfen. Habenbeträge auf dem Girokonto, die nicht erforderlich sind, gehören auf eines, wo sie Zinsen erbringen und keine Umbuchungskosten verursachen. Fragen Sie Ihre Bank, dafür ist sie da. Stellen Sie dem Bankpersonal spezifische Fragen und verlangen Sie genaue Antworten - keine Meinungen. Hörensagen oder Prospektweisheiten. Ihre Bank ist ein Dienstleistungsunternehmen wie eine Reinigung oder ein Bordell auch. Eine Kirche erkennen Sie an Männern in schwarzen langen Kleidern, und an einem Vermögen, das weit über das der Banken hinausragt.

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3. Werden Sie zum Besserwisser

Eine der Zutaten zu dauerhaftem Erfolg, so wie sie ihn nie aus Erfolgsbüchern oder "So wird man über Nacht reich" -Ratgebern finden, ist Ihre Bereitschaft, etwas mehr zu tun. Wenn Sie genau das tun, wofür Sie bezahlt werden, zahlt man Ihnen sicherlich genau das, worauf Sie einen Anspruch haben. Die Entlohnung für zusätzliche "Dienste" kommt dabei nicht immer unbedingt in Form eines Überweisungsträgers. Aber sie kommt.

Das soll selbstverständlich nicht heißen, dass Ihre außergewöhnlichen Leistungen auch "außergewöhnlich" durch Ihren Arbeitgeber in barer Münze honoriert werden. Die Bereitschaft, etwas mehr zu tun belohnt Sie aber zumindest mit Wissen, dass Ihnen andernfalls verborgen bleiben würde. Wissen ist eine Substanz, die nach heutigen Erkenntnissen weder besteuert noch gepfändet werden kann. Wissen kann über Grenzen hinweg, durch Infrarotschranken und Metalldetektoren unerkannt transportiert werden. Wissen hat außerdem die Eigenschaft, so haltbar zu sein, wie das Behältnis erlaubt. Da Sie nicht unbedingt davon ausgehen können, dass Ihr heutiger Arbeitgeber morgen noch existiert, kann Wissen, das in einer früheren Position kostenlos akquiriert wurde, sich plötzlich lohnend auszahlen, ohne dass Sie sich von selbigem trennen. Wissen kann Sie darüber hinaus unentbehrlich machen, etwa so wie früher die FDP. Entgegen der Aussage zahlreicher Fernsehfilme gibt es wenige, die an zu großem Wissen sterben. Als bewusster "Besserwisser" sind Sie außerdem in einer fast konkurrenzlosen Situation: Die Akzeptanz der Maxime "gerade gut genug" sorgt dafür, dass Sie als "Besserwisser" aus der Masse der Nichtwisser herausragen.

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4. Sie müssen nicht alles glauben

Der Mensch hat die primitive Eigenart, Wahlen nach gegebenen Versprechungen, statt nach vollbrachten Taten zu entscheiden. So wie Politiker Ihnen das Land, wo Milch und Honig fließt, versprechen, nur um sich nach der Wahl zu sorgen, wo der nächste Surnmit stattfindet, so werden heute so ziemlich alle Waren angepriesen. Während es früher einigermaßen waghalsige Verbraucherorgane gab, die derartige Praktiken schon mal anprangerten, haben sich die Medien in den letzten fünfzehn bis zwanzig Jahren mehr und mehr zum Sprachrohr der größten Werbebudgets gedreht.

Während im Kraftfahrzeughandel, so weit ich weiß, die Probefahrt vor dem Kauf mit besonders gepflegten Fahrzeugen immer noch üblich ist, bringen Sie die Verkäufer von moderner Elektronik oft ins verlegene Schwitzen, wenn nach einer Demonstration gefragt wird.
Wenn Ihnen der Bankbedienstete erklärt, der ABC-Fonds könne aus Buchstabennudeln ein Vermögen machen und Sie ihn auffordern, "Dann zeigen Sie mir mal Ihre Depotauszüge", werden Sie zwar einen völlig entgeisterten Blick ernten, sollten aber, da er solche nicht vorweisen kann, eine gewisse Skepsis an den Tag legen. Informationen sollten Sie deshalb nur dann überhaupt in Betracht ziehen, wenn sie aus glaubenswerten und unabhängigen Quellen stammen. Ein PKW-Test in der Zeitschrift für VW-Fahrer dürfte es genauso an Objektivität mangeln wie ein Fondsvergleich in einer Broschüre der Sparkassen (gegen die ich noch mehr habe als gegen Banken, da es der Sparkassenverband vor ein paar Jahren für nötig befand, seine Mitglieder [nicht etwa deren Kunden!] vor mir zu warnen). Statistiken sind umso wertloser, je regierungsnaher die berechnende Organisation ist. Statistiken haben in den letzten Jahren so viele Neufestsetzungen und Bereinigungen erhalten, dass jeglicher Restinhalt herausgewaschen wurde. Was heute als Tatsache verkauft wird, ist nicht selten die Meinung gewisser lnteressenkreise. Oft ist dabei zu befürchten, dass die Interessen dieser Kreise Ihren völlig konträr sind. Konjunkturbarometer und ähnliche "Echtzeitindikatoren" werden mehr und mehr durch Befragungen von unbekannten Prominenten ersetzt und somit zu wertlosen Meinungsäußerung, verkauft als Datum wirtschaftlicher Aktivitäten. Ich kann Ihnen leider keinen Ratgeber empfehlen, dem Sie hundertprozentiges Vertrauen entgegen bringen dürfen. Mich eingeschlossen. Nicht selten passiert es, dass mir nach Drucklegung einfüllt, was ich umbedingt in einer Arbeit hätte anbringen müssen. Öfter ist zu vermuten, dass Unterlassungen beabsichtigter Natur sind. Ich bin sicher, daß Nixon's Watergate heute nicht aufgedeckt würde. Ich bin mir genauso sicher, dass 99 von hundert Informationsquellen des Umsatzes wegen existieren, nicht wegen des Mitteilungsbedürfnisses. Informationsquellen, die Ihren Unterhalt durch den Verkauf von Anzeigen bestreiten, sind dabei weniger glaubwürdig als solche, die sich für den Inhalt bezahlen lassen. Nicht selten finden sich kritische Berichte über ein Produkt erst dann, wenn die Firma zusammengebrochen ist, die Anzeigenabteilung unbezahlte Rechnungen bemängelt oder die Redaktion über die Schmerzgrenze hinausgehende Beschwerden aus der Leserschaft erhält.

Trotzdem sollten Sie Informationen aus lnformationsbriefen, die sich nur und ausschließlich aus dem Abonnementsverkauf finanzieren, nicht als seriöser betrachten. Der Verkauf von Informationsbriefen, so ein "Alter Hase", ist am einfachsten, wenn die Redaktion das schreibt, was der zahlende Leser gerne liest: dass seine Weltanschauung korrekt ist, seine moralischen Werte die überlegenen und die politischen Ansichten unanfechtbar sind. Wenn Sie regelmäßig Brief-Werbung angesehener Tageszeitungen, von Lotterieeinnehmern und Kuriositätenversendern erhalten, kann es sein, dass Sie Bezieher eines solchen Informationsdienstes sind. Aus der Vermietung der Kundenadressen "unabhängiger" Informationsbriefe ziehen viele mehr Geld, als der Abonnementsverkauf einbringt

Informationsbriefe, deren Inhalt mit dem mittelmäßiger Zeitungen übereinstimmt, sind Umweltverschmutzung. Und wer meint, unabhängige Informationen durch die Abendnachrichten zu erhalten, verdient es nicht besser.

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5. Im Falle eines Falles...

klebt Uhu keine Knochen. Sie sollten deshalb den Gedanken der Versicherung, so wie er ursprünglich konzipiert wurde, aufgreifen. Kapitalversicherungen stehen nicht ohne Grund im Wörterbuch gleich hinter Kapitalverbrechen. Risikoversicherungen dagegen sind ein einträgliches Geschäft für den, der sich jahrelang preiswert geschützt weiß und dann das Pech hat, eine solche in Anspruch nehmen zu müssen. Bei Abschluss selbiger sollten Sie jedoch darauf achten, dass Sie die Möglichkeit haben, sich bis etwa zum 7Oten Lebensjahr oder darüber hinaus zu versichern, ohne sich das Recht der mindestens jährlichen Kündigungsmöglichkeit zu nehmen.

Je älter das zu versichernde Gut, desto horrender die Prämien. Dies trifft auf Gemälde, Weine und menschliche Gebeine gleichermaßen zu. Nach den Erfahrungen der letzten sechs Dutzend Generationen dürfte es offensichtlich sein, dass Gläubiger von Versicherungen mehr Glauben als am Ende Guthaben besitzen. Mit Glauben lässt sich aber auch in unserer hochmodernisierten Welt immer noch nicht einkaufen gehen.

Damit das Finanzamt nicht auf nicht auszuschließende dumme Gedanken kommt - und andere scheinen da ja nicht zu gedeihen -‚sollte Ihre Frau die Versicherungsprämie auf Ihr Leben aus ihrem Geld und aus ihrem Einkommen von ihrem Konto zahlen. Sie wiederum zahlen die Prämien auf das Leben Ihrer Frau aus Ihrem Einkommen und von Ihrem Konto. Ähnliches gilt für die Kranken- und Invalidenversicherung, die Ihnen im Falle eines Falles für mehrere Jahre ein Einkommen gewährt und leicht mögliche Zusatzkosten für teure Sonderbehandlungen übernimmt. Beim "Einkauf" von Versicherungen handeln Sie nicht anders als beim Kauf alltäglicher Güter. Risikoprämien sind heute hoch genug, so dass sich die Suche nach günstigen Angeboten auszahlt.

Über Ihre Krankheits- oder Gesundheitsgeschichte sollten Sie nicht lügen. Die Versicherungen wissen heute mehr, als Ihnen lieb sein dürfte. Während solche Lügen nicht beanstandet werden, solange Prämien kassiert werden, bemängelt man diese, kommt es zum Ernstfall. Der Vorgang des Prämienkassierens allein reicht nicht, einen rechtlich durchsetzbaren Versicherungsanspruch zu erfechten, wenn Sie bei Vertragsabschluß mit der Wahrheit gehaushaltet haben.

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6. Warum Sie von der Bank keinen Wohnraum mieten

Sich freiwillig der Sklaverei zu unterwerfen muss an Dummheit grenzen. Der Traum vom eigenen Heim reicht aber oft aus, Zeitgenossen, anderweitig im vollen Besitz ihrer geistigen Kräfte, zu dreißigjähriger Knechtschaft zu verpflichten. Übersehen wird dabei, dass während des Sklavendienstes freiwillig auf alles auch nur entfernt an Luxus Erinnernde verzichtet wird, während man den sechs-, sieben- oder auch schon mal achtfachen Kaufpreis eines Hauses bezahlt. Derartige Verträge werden oft in der völlig ungerechtfertigten Annahme unterzeichnet, das Arbeitseinkommen stünde für die Dauer des Vertrages zur Verfügung und sei nur Verbesserungen unterworfen. Während die Zahl der "erfolgreich" abgewickelten Verträge nicht unerheblich ist, scheint sich niemand zu fragen, wer den eigentlichen Erfolg erzielt. Es steht außer Zweifel, dass die Bank nie verliert, da sie mehr Rechte an dem beliehenen Objekt als der Schuldner und Bewohner hat. Wird die regelmäßige Abgabe unterbrochen, wird der Bewohner vor die Tür gesetzt und das Objekt kommt unter den Hammer. Was dabei nicht zerschlagen wird, wird anderen Schuldnern notfalls über angepasste Zinsen und Gebühren aufgeladen, während man versucht, evtl. Restschulden vom ursprünglichen Schuldner einzutreiben.

Allerlei abenteuerliche Finanzierungsdrehs werden angeboten, wenn das Geld knapper als die Bedürfnisse werden. Derartige Abenteuer zahlen sich für den, der sie am falschen Ende eingeht, nie aus.

Angesichts der erwarteten Schwierigkeiten für die nächsten beiden Jahrzehnte empfehle ich daher dringend, evtl. Hypotheken schnellstmöglich abzuzahlen. In Cash bar auf die Hand, wenn Sie's können. Durch erhöhte monatliche Abzahlung oder durch einen Verkauf eines Objektes, wenn nötig. Was in den USA und GB heute passiert, kommt auch auf den Rest Europas zu, da die Welt in der Deflationsfalle sitzt, davon noch nicht weiß und keinen Ausweg kennt. Hypotheken, die größer werden als das beliehene Objekt, sind schlimmer als sizilianische Zementstiefel. Der Schmerz hält wesentlich länger an.

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7. Vorbereiten auf den Ruhestand


Das Alter kann neben Falten und Gebrechen auch Erfahrungen mit sich bringen, Im Laufe des Berufslebens bezahltes Lehrgeld sollte sich bezahlt gemacht haben, wenn Sie die 50 erreichen. Durch sich nur langsam ändernde Grundbedingungen sind die "Alten" heute aber nicht besser auf die wirtschaftliche Zukunft vorbereitet als die jungen. Meine Großeltern wussten von der Deflation, der großen Depression. Mit der Inflation der Siebziger wussten sie nicht umzugehen. Meine Eltern hatten die Nachkriegsinflation, die Währungsreform erlebt. Die Inflation der Siebziger schien ein alter Bekannter zu sein. Da Eltern stets mehr wissen als die Kinder, halten sie deflationäre Entwicklungen, wie ich sie sehe, für nicht möglich, das Fallen der Rohstoffpreise seit mehr als 10 Jahren für unwesentlich - "schließlich wird ja alles teurer".
Dabei sind die erlaubbaren Margen für Fehler bei Älteren spürbar enger als bei der jungen Generation, die die Wirtschaft mit einem Gastronomiebetrieb gleichsetzt. Zeit ist eine der Zutaten, die den Älteren teurer und teurer wird.

Ich schlage deshalb vor, auch nach dem offiziellen Ruhestand in einem Arbeitsverhältnis zu verbleiben, sofern dies irgendwie machbar ist. Einmal erhalten Sie sich eine preiswerte [im Vergleich zum privaten Markt] Krankenversicherung, darüber hinaus behalten Sie ein Einkommen. Die Deutschen leisten sich zwar heute eine attraktive Rente. Sich darauf als Vierzigjähriger zu verlassen ist wie die Hoffnung, eines Tages doch noch fliegen zu lernen. Niemand macht gerne eine Bauchlandung. Sich auf Erspartes zu verlassen, ist dabei nicht umsichtiger. Geldwerte sind ständig von der Inflation bedroht, Sachwerte von der Deflation. Derzeit haben wir beides, obendrein noch inkompetente und mit unguten Absichten bestückte Regierungen, die per Federstrich zu gültigem Recht erklären, was nie von Dauer sein kann - kein vom Menschen gemachtes Ding ist je von Dauer.

Aus dem Arbeitsleben auszuscheiden, bedeutet, sich auf Versprechungen und evtl. selbst Erspartes zu verlassen. Wer Erspartes angreift, zehrt auf. Wer die Erträge verbraucht, beraubt sich des Effekts der Zinsesverzinsung. Wer Erspartes sich selbst überlässt, riskiert, betrogen zu werden. Erspartes als Rückgrad, Sicherheit zu betrachten, wenn Sie gleichzeitig einem Halbtagsjob oder einer stundenweisen Betätigung nachgehen, scheint mir die lohnendste Alternative zu sein. Sich leisten können, worauf der gereifte Verstand unter Alterserscheinungen plötzlich Verlangen entwickelt, kann keine Sünde sein.

Die grauen Zellen auch nach dem 65. Geburtstag ständiger Anstrengung zu unterwerfen, wird heute nicht als gesundheitsschädlich betrachtet. Diese Beschäftigung muss nicht unbedingt billiger kommerzieller Natur sein. Wissen zu konservieren und als Eingemachtes weiterzugeben, ist besser als ein nicht zu vermeidender Verfall in die Bestandteile, die die Natur vorgesehen hat. Wenn Ihre Beschäftigung genug abwirft, den Lebensunterhalt zu bestreiten, und wenn sie Sie gleichzeitig heraus-[aber nicht über-] fordert, dürften Sie wie ein König leben. Ohne die gesellschaftlichen Zwänge, dafür bei Bedarf mit Narrenfreiheit, fast menschenähnlich. Sich zur Ruhe zu setzen, bevor Ihr Körper und Ihr Verstand dies verlangen, beschleunigt den Verfall beider.

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8. Die Tellerwäscherstory

Durch das Waschen von Tellern lässt sich heute, soweit bekannt, nicht besonders viel verdienen. Heute ein eigenes Geschäft zu gründen, das dauerhaften Erfolg hat und mehr als eine Konjunkturtalfahrt überlebt, setzt voraus, echte Bedürfnisse zu befriedigen. Franchiseketten oder Unternehmen, die ein Produkt "erfinden" und dann Abnehmer suchen, sind so langlebig wie Modeerscheinungen. Echte Chancen hat nur, wer ein Bedürfnis erkennt und eine [bessere als bisher verfügbare] Lösung erkennt oder findet.

Dabei darf erstaunen, wie viele gute Ideen mangels Mut oder aus anderen nichtssagenden Gründen unverwirklicht bleiben, und es beschämt, wieviele zweit- und drittklassige Produkte durch Marketingrummel zum vermeintlichen Erfolg werden. Wer sich erstmals in unternehmerische Gefilde wagt, sollte bedenken, dass die Margen umso enger werden, je mehr erfolgsüberzeugte Mitbewerber er hat. Damit zu handeln, was Großhändler feilbieten und von der herstellenden Industrie serviert bekommen, ist keine lohnende Karriere - weder aus finanziellen noch aus anderen Gesichtspunkten.

Etwas herzustellen oder eine Dienstleistung anzubieten, bei der Sie ein Monopol haben, dürfte schon lohnender sein. Wobei die Suche nach einem "Produkt" nicht vorn Monopolgedanken, sondern von der Problemlösung her ausgehen sollte. Anzubieten, was andere ebenfalls können, berechtigt Sie keineswegs zum erfolgreichen Dasein.

Dabei dürfte jeder Mensch irgendwelche speziellen Kenntnisse haben, die für andere gleich wertvoll sind. Zu erkennen, welches Spezialwissen man hat, und dieses an die richtigen Adressaten weiterzuleiten, bedingt echtes "Unternehmen".

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9. Das können Sie absetzen

Statistiken über das Steueraufkommen, sofern man ihnen Glauben schenken darf, zeigen eindeutig, dass Arbeitnehmer als Gruppe einen wesentlich [!] größeren Anteil des Gesamtsteueraufkommens erbringen als freiberuflich Tätige, Unternehmer und Firmen zusammen. Es liegt daher nahe, zu überlegen, ob Sie nicht in die Gruppe der Niedrigsteuerzahler überwechseln.

Wenn Sie nicht gerade Fließbandarbeiter im Großbetrieb sind, dürfte es möglich sein, sich mit einem Arbeitgeber so zu arrangieren, dass er Ihre Dienste als Freiberufler in Anspruch nimmt. Sie mögen dadurch zwar formelle Sicherheit verlieren - ein Angestelltenvertrag erscheint vielen sicherer als das Wissen, durch Nützlichkeit erforderlich zu sein - gewinnen aber Freibeträge und die Möglichkeit, Dinge von der Steuer abzusetzen, die "gewöhnlichen Sterblichen" verwehrt bleiben. Eine Senkung der Abgaben ist aber das gleiche wie eine Verbesserung des Einkommens. Davon abgesehen können Sie sagen, weniger zur amtlichen Verschwendung verleitet zu haben, wenn Sie Ihr Steueraufkommen reduzieren. Die moralische Verpflichtung ist deshalb größer, als sich auf den ersten Blick erkennen lassen mag.

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10. Machen Sie's dem Krämerladen nach

Billig einzukaufen und teuer zu verkaufen ist besser als teuer zu kaufen und dann wegzuwerfen. Bei vielen Dingen des täglichen Lebens lohnt es sich, die Kleinanzeigen der örtlichen Tageszeitung zu sichten. Ein sechs Monate oder ein Jahr alter PKW kostet wesentlich weniger als ein Neuwagen, kann sich aber in gleichem - oder besserem - Zustand befinden.

Gerade in Zeiten der Rezession, und die Deutschen hinken hierbei der Welt etwas hinterher, lassen sich "langersehnte" Dinge oft preiswert erstehen, ohne dass man Qualitätsabstriche machen muss.
Immobilien, Diamanten und andere Sachwerte dürften heute leider nicht mehr zu den Dingen gehören, die sich "billig" kaufen und "teuer" verkaufen lassen. Gewisse Geldanlagen werden aber immer dazu gehören. Leider können Sie nicht davon ausgehen, dass das, was heute richtig ist, auch morgen Gültigkeit besitzen wird. Schlimmer noch, Sie können nie davon ausgehen, dass ein Berater in Finanzdingen Ihnen eine gewisse Anlage nicht nur deswegen empfiehlt, weil sie eine besonders satte Provision abwirft.

Den öffentlichen Medien Glauben zu schenken, grenzt dabei an finanziellen Selbstmord. Ich will hier nicht behaupten, dass die Medien den falschen Rat aus reiner Bosheit oder wider besseres Wissen erteilen. Ich gehe eher davon aus, dass die vielen sich selbst zu "Experten" kürenden Alleswisser davon überzeugt sind, die Dinge korrekt zu sehen und beurteilen zu können. Selbst bei den heutigen Politikern scheint der Gedanke nicht abwegig zu sein. Je mehr sie betonen, genauso wie der "kleine Mann" zu sein, so sehr muss man erkennen, dass sie tatsächlich nichts besonderes darstellen.

Wirklicher Wohlstand hat nichts mit Geld zu tun. Echter Wohlstand ist das Wissen, wie man mit geringem Aufwand viel erreicht. Armut ist, wenn gewisse Aufwendungen zu nichts oder geringen Ergebnissen führen. Wirklicher Wohlstand lässt sich deshalb nicht besteuern und nicht enteignen. Der "Wohlstand" Neureicher, durch Glück oder Zufall zu materieller Üppigkeit Gekommener, verflüchtigt sich dagegen oft in weniger als fünf Jahren. Und lässt sich nie rekonstruieren.
Durch Börsenspekulationen reich zu werden, betrachte ich heute, nach vielen Jahren Beratertätigkeit, als nicht möglich. Dadurch reicher zu werden, ist keine Schwierigkeit. Vermögen aufzubauen, ohne eine gesunde Basis zu haben, ist dagegen unmöglich - oder Glückssache. Eine Basis, von der aus Sie lohnenderen Geschäften nachgehen können, lässt sich daher nur durch ein gutes, und sich ständig verbesserndes Einkommen erzielen.

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11. Ein gesparte Euro ist 30 Cents wert

Theoretisch ist es durchaus möglich, das bekundete Ziel der Nullinflation zu erreichen. Politisch ist Zero-Inflation heute nicht akzeptabel. Ohne Inflation zu leben, würde völlige wirtschaftliche Freiheit bedeuten. Würde jegliche Einmischung der Politik in das Wirtschaftsleben verbieten. Würde Wahlbonbons und Stimmenkauf, Wohlstandsumverteilung und Pöstchenschieberei ausmerzen.

Sie sehen, dass das bekundete Ziel der Politiker nur erreichbar ist, wenn wir ohne diese Politiker zu leben lernen. Der Mensch ist ein zu primitives Lebewesen, als daß er den Nutzen der Art größeren Rang als dem Nutzen des Individuums einräumen könnte. Nur wenn wir bereit sind, persönliche Freiheit, und die dadurch bedingte Instabilität, zu akzeptieren, dürfen wir erwarten, dass Werte nicht verfallen. In einer Gesellschaft, in der Mittelmäßige sich Auszeichnungen für mittelmäßige Leistungen erteilen, weil die eigene Unzulänglichkeit dadurch vertuscht wird, hat die Erhaltung von Werten keinen Platz. Wenn nur ausgegeben werden kann, was "da" ist, wenn Gruppierungen und Grüppchen erkennen, dass das Pochen auf gottgegebene Rechte, die der Herr nie im Sinn hatte, der Art schadet> können wir Hoffnung schöpfen. Ohne diese Erkenntnis wird es keine magische Formel geben, die unsere Welt "in Ordnung" bringen kann.

Verwechseln Sie hierbei bitte nicht die Symptome mit den Ursachen.
Mickrige Mindestreserven im Bankwesen, die Gültigkeit staatlich ausgegebenen Geldes, immerwährende Expansion der Geldmenge, die Schuldenexplosion, Gewerkschaften, Importzölle, Mehrwertsteuern und so weiter sind nur die Folgen. Die Ursachen sitzen tiefer. Der unerschütterliche Glaube an die Kompetenz der Machthaber, die "Freie Marktwirtschaft" zum Besten aller lenken zu können, ist, ohne dass dies jemand erkennt, eine Anhäufung von so offensichtlichen Widersprüchen, die nur durch ständiges Wiederholen nicht in Frage gestellt werden.
Die wirklichen Ursachen sind moralischer und intellektueller Art. Beide haben nicht nur einen erbärmlichen Verfall erlebt, beide wurden im Laufe dieses Jahrhunderts bewusst in diese Richtung gelenkt. Konservativen Sozialisten Glauben zu schenken gibt Ihnen dabei nicht mehr Sicherheit als nach Russland auszuwandern. In beiden System ist bekannt, dass Kleinvieh - Sie und ich - "Mist" machen. Im westlichen Sozialismus hat man erkannt, wie man von diesem "Mist" den größeren Anteil absahnt. Jede einzelne Ihrer lnvestmententscheidungen sollte deshalb berücksichtigen, dass Sie den Staat und das Bankwesen als nicht zu unterschätzende Widersacher haben. Widersacher, die sich das Recht nehmen, die Spielregeln jederzeit und ohne Vorwarnung zu ändern, Sie zu nicht mehr als einem unwichtigen Spielball der Macht degradieren.

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12. Schlusswort

Meine politische Einstellung, oder besser Ablehnung, dürfte bekannt sein. Vater Staat verschenkt nichts. Was er verteilt, nimmt er ihnen aus der Tasche. Wie ein Krämer, Gebrauchtwagenverkäufer oder Drogenhändler auch, ist er aber stets bemüht, sich selbst den größten Anteil zukommen zu lassen.

Der Anteil des Staats am deutschen Bruttosozialprodukt beträgt inzwischen mehr als 58%. In GB ist er auf über 40% gestiegen. In Amerika hat er ähnliche Ausmaße erreicht. Es kann nicht lange dauern, bis unser System unter der Last des Staates und der durch ihn aufgehäuften Schulden, insbesondere der Rentenzusagen, völlig zusammenbricht. Angesichts der Tatsache, dass schon in etwa 15 Jahren die Mehrzahl der Wähler [aufgrund des erreichten Alters, und weil die Geburten nach dem Babyboom der '60er stark zurückgingen] jede Sanierung verhindern dürfte, gibt es keinen Zweifel.

"Ein Mensch ist umso reicher, je teurer das ist, worauf er verzichten kann".
Wilhelm Schwöbel

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